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                       Evangelische Kirchengemeinde
           
                Bohnsdorf-Grünau
             

                                                  


  Paul – Gerhardt – Gemeindeheim

Reihersteg 36-38
12526 Berlin

Tel: 030 / 676 10 90

                                                                     Fax: 030 / 67 80 99 55

                Losung Juni 2017           
          

           
  Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen.
             Apostelgeschichte 5,29           
            

       
Liebe Gemeinde             
                
                
       dass man Gott mehr gehorchen soll als den Menschen, das leuchtet uns Gläubigen schnell ein.
               Andererseits bestätigt es das alte Vorurteil, beim Glauben würde es eben nicht um Lebensfreude
               gehen, sondern um das - Gehorchen-.
               Und doch kann es im Leben durchaus Situationen geben, in denen wir nicht wie im Supermarkt
               einfach nur auswählen können. Mitunter fordert der Glaube an Gott eine bestimmte Entscheidung,
               und er schließt andere eindeutig aus. Vor 83 Jahren war es das Bekenntnis zu Christus, das den
               Theologen um Dietrich Bonhoeffer keine andere Entscheidung ließ, als den - Sohn der Vorsehung -
               Adolf Hitler abzulehnen. Am 31. Mai 1934 wurde die Barmer Theologische Erklärung unterzeichnet.
               Dieser Gründungstext der Bekennenden Kirche ist eindeutig: Wenn Christus unser Herr ist, dann
               können wir daneben nicht noch einem anderen - Herren - untertan sein. Paradoxerweise macht die
               Herrschaft Jesu frei! Sie befreit von den Anmaßungen anderer, die Anspruch auf uns und unser
               Leben erheben.
               Auch wenn es in der Kirchengeschichte genug Beispiele für Gewalt und Grausamkeiten von Gläubigen
               gegeben hat, so ist doch festzuhalten, dass die Tendenz des Glaubens eine gemeinschaftsbildende ist.
               Abraham lernt, dass Gott keine Menschenopfer will, sein Sohn Isaak bleibt verschont. Jesus ruft zum
               Gewaltverzicht auf und er predigt die Liebe, einschließlich der des Nächsten und sogar des Feindes.
               Und besonders legt Jesus den Gläubigen die Schwächsten ans Herz: Was ihr einem der Geringsten
               getan habt, das habt ihr mir getan, sagt er im Gleichnis vom großen Weltgericht. Immer wieder wird
               in der Bibel zum Schutz der Schwachen aufgerufen.

               Ahnen wir, warum Gott mehr zu gehorchen ist als Menschen? Nicht etwa aus Angst, sondern, weil wir
               Menschen untereinander immer wieder die Tendenz haben, uns gegenseitig auszutricksen, abzuwerten,
               zu unterdrücken. Die Erkenntnis, dass wir alle Menschen sind, braucht einen übergeordneten Standpunkt.
               Untereinander sehen wir eher die Unterschiede - und nehmen sie als Vorwand für Ausgrenzung und
               Übervorteilung. Oder gibt es bei uns etwa keinen Unterschied mehr in der Bezahlung von Männern und
               Frauen? Dieses Gefälle hält sich hartnäckig. In einer Zeit, als in erster Linie die körperliche Arbeit bezahlt
               wurde, mag das einen Sinn gehabt haben. Aber warum eine Sachbearbeiterin weniger erhält als ihr
               männlicher Kollege ist heute nicht recht nachvollziehbar. Dieses eine Beispiel mag reichen, von Hautfarben
               und Herkunft müssen wir gar nicht erst reden.

               Nein, es ist Gott, vor dem wir uns als Menschen erkennen. Als Geliebte und Angenommene, die Gott
               zusammenruft. Deshalb ist es heilsam für uns, auf Gott zu achten.                 

                               
               Ihr Ulrich Kastner