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Paul – Gerhardt – Gemeindeheim Reihersteg 36-38 Tel: 030 / 676 10 90 Fax: 030 / 67 80 99 55
Jesus Christus spricht: Meine Kraft ist in den Schwachen mächtig.
Liebe
Gemeinde,
Und wieder andere machen keinen Hehl daraus. Doch schwach sind wir alle - irgendwie. Niemand ist nur und immer stark und strahlend. Und so können wir davon ausgehen, dass Schwäche uns verbindet, ja zu uns als Menschen wesentlich gehört. Der amerikanische Psychologe Erik H. Erikson beschreibt das menschliche Leben als ein notwendig >> kritisches <<, das einen immer wieder vor Situationen der Entscheidung, der Uneindeutigkeit stellt. Gott sei Dank, dass also allen die Kraft und die Zuwendung Gottes gilt und niemand davon ausgeschlossen ist. Doch schon zu Zeiten Jesu waren es eher die Menschen am Rande der Gesellschaft, die sich ihm zuwendeten und Gottes Kraft in sich wirken ließen. Ist es schlimm, wenn man sich nicht permanent in einer Krise befindet? Keineswegs, denn die Liebe und Güte Gottes gelten allen Menschen. Nur hat man es in einer Phase der Sattheit vielleicht etwas schwerer, für Gottes Wirken sensibel zu sein. Nein, Gott hat nichts gegen die Starken und Strahlenden, doch die Schwachen brauchen seine Zuwendung mehr, und nehmen sie daher eher an. Besonders den Kindern, den >> Kleinen << gilt seine Aufmerksamkeit: Sie sind immer in der Gefahr >> zu kurz << zu kommen. Als ein solches Kind kommt Gott in die Welt, zu uns. Dass Gottes Kraft in den Schwachen mächtig ist, hat jedoch nicht nur Folgen für die einzelnen Menschen, sondern auch für die Gesellschaft. Es ist gewissermaßen eine demokratische Festlegung. Ein >> Starker << kann sehr wohl allein seine Interessen durchsetzen. Eine Gemeinschaft, in Kirchengemeinde und Kommune, muss jedoch ebenso die Interessen derer am Rand berücksichtigen, wenn sie demokratisch sein will. Eine Kette ist immer nur so stark, wie ihr schwächstes Glied. Mit den Schwachen steht und fällt das Ganze. Und eine Gemeinschaft muss sich daran messen lassen, wie sie mit ihren schwächsten Mitgliedern umgeht. Denn das macht ihre Menschlichkeit aus. Und wer wollte in einer unmenschlichen Gesellschaft leben, auch wenn man selbst nicht akut bedroht ist?
Es ist die bleibende Aufgabe jeder demokratischen Regierung,
den Schwachen eine Stimme zu geben,
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