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                       Evangelische Kirchengemeinde
              
               Bohnsdorf-Grünau
             

              


  Paul – Gerhardt – Gemeindeheim

Reihersteg 36-38
12526 Berlin

Tel: 030 / 676 10 90

                                                           Fax: 030 / 67 80 99 55

                      
           
Monatsspruch Dezember 2011
                  Gott spricht:
                  Nur für eine kleine Weile habe ich dich verlassen,
                  doch mit großem Erbarmen hole ich dich heim.         
                  Jesaja 54,7

                 
Monatsspruch Januar 2012
                  Weise mir, Herr, deinen Weg, ich will ihn gehen
                  in Treue zu dir.
                  Psalm 86,11
                 
             
Jahreslosung 2012

              Jesus Christus spricht: Meine Kraft ist in den Schwachen mächtig.
              2. Korinther 12, 9

 

         Liebe Gemeinde,                                                                                     
                
                   
Gott sei Dank ist das so! Die einen mögen ihre Schwäche etwas erfolgreicher verbergen als andere.
               Und wieder andere machen keinen Hehl daraus. Doch schwach sind wir alle - irgendwie.
               Niemand ist nur und immer stark und strahlend. Und so können wir davon ausgehen, dass Schwäche
               uns verbindet, ja zu uns als Menschen wesentlich gehört.
               Der amerikanische Psychologe Erik H. Erikson beschreibt das menschliche Leben als ein notwendig
               >> kritisches <<, das einen immer wieder vor Situationen der Entscheidung, der Uneindeutigkeit
               stellt. Gott sei Dank, dass also allen die Kraft und die Zuwendung Gottes gilt und niemand davon
               ausgeschlossen ist.
               Doch schon zu Zeiten Jesu waren es eher die Menschen am Rande der Gesellschaft, die sich ihm
               zuwendeten und Gottes Kraft in sich wirken ließen.
               Ist es schlimm, wenn man sich nicht permanent in einer Krise befindet? Keineswegs, denn die Liebe
               und Güte Gottes gelten allen Menschen. Nur hat man es in einer Phase der Sattheit vielleicht etwas
               schwerer, für Gottes Wirken sensibel zu sein.
               Nein, Gott hat nichts gegen die Starken und Strahlenden, doch die Schwachen brauchen seine
               Zuwendung mehr, und nehmen sie daher eher an. Besonders den Kindern, den >> Kleinen <<
               gilt seine Aufmerksamkeit: Sie sind immer in der Gefahr >> zu kurz << zu kommen. Als ein solches
               Kind kommt Gott in die Welt, zu uns. Dass Gottes Kraft in den Schwachen mächtig ist, hat jedoch nicht
               nur Folgen für die einzelnen Menschen, sondern auch für die Gesellschaft. Es ist gewissermaßen
               eine demokratische Festlegung. Ein >> Starker << kann sehr wohl allein seine Interessen durchsetzen.
               Eine Gemeinschaft, in Kirchengemeinde und Kommune, muss jedoch ebenso die Interessen derer am
               Rand berücksichtigen, wenn sie demokratisch sein will. Eine Kette ist immer nur so stark, wie ihr
               schwächstes Glied. Mit den Schwachen steht und fällt das Ganze. Und eine Gemeinschaft muss sich
               daran messen lassen, wie sie mit ihren schwächsten Mitgliedern umgeht. Denn das macht ihre
               Menschlichkeit aus. Und wer wollte in einer unmenschlichen Gesellschaft leben, auch wenn man selbst
               nicht akut bedroht ist?
              

               Es ist die bleibende Aufgabe jeder demokratischen Regierung, den Schwachen eine Stimme zu geben,
               da das Ganze der Gesellschaft sonst zerfällt.
               Gott hat nichts gegen die Starken. Aber dass die Kirche seit zwei Jahrtausenden besteht, ist nicht
               einzelnen Supermännern oder -frauen zu verdanken, sondern Gott, der auch in den Schwachen wirkt.
               Gott nimmt sie an. Das ist unsere Zuversicht, falls auch wir einmal ratlos und verzagt sein sollten.
               So können wir dieses Weihnachtsfest voller Dankbarkeit feiern.
               Denn, dass Gott Mensch geworden ist und uns annimmt, das gilt auch Dir und mir.
                                                               
                                     
                                    
                 
                 Pfarrer Ulrich Kastner