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Evangelische Kirchengemeinde
Bohnsdorf-Grünau
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Paul –
Gerhardt – Gemeindeheim
Reihersteg 36-38
12526 Berlin
Tel: 030 / 676
10 90
Fax: 030 / 67
80 99 55
Monatsspruch Juni
Gott spricht: Suchet mich, so werdet ihr leben.
Amos 5,4
Monatsspruch Juli
So bekehre dich nun zu deinem Gott, halte fest an
Barmherzigkeit und Recht und hoffe stets auf deinen Gott!
Hosea 12,7
Liebe
Gemeinde,
es muss uns nicht erstaunen, wenn der Monatsspruch für Juli uns zum
Glauben an Gott
auffordert. Dass mit dem Glauben an Gott jedoch ebenso Barmherzigkeit und
Recht
verbunden sind, sollte uns schon eher auffallen. Wer an Gott glaubt, von
dem erwartet
man auch ein barmherziges Verhalten. Das heißt nicht, dass nicht in
gleicher Weise
Atheisten mitmenschlich handeln. Wer aber an Gott glaubt, der wird umso
mehr an
seinem Verhalten gemessen. Und nichts stellt den Glauben so in Frage, wie
unbarmherziges
Verhalten.
Dieser Zusammenhang von Glauben und Barmherzigkeit begegnet uns auch in
außer-
christlichen Religionen: Homer schreibt von seinem Odysseus, dass er
einmal Schiffbruch
auf einer unbekannten Insel erlitt. Als ihm die dortigen Einwohner nicht
helfen und seinen
Hunger nicht stillen, schlussfolgert Odysseus, dass diese Menschen Gott
nicht ehren.
Wie viel mehr gilt das für uns, die wir in einem jeden Menschen ein
Ebenbild Gottes
erkennen? Nimmt man diesen Gedanken ernst, kann man zu dem Schluss kommen,
dass
Armut eine Lästerung Gottes ist. Wird ein Mensch, der doch das Ebenbild
Gottes ist, in
Armut gestürzt oder gehalten, so kann das auch unsere Beziehung zu Gott
nicht unberührt
lassen. Uns ist dieser Zusammenhang vertraut: Im Gleichnis Jesu vom
barmherzigen
Samariter wird er auf die Spitze getrieben. Denn es sind nicht die beiden
gottesfürchtigen
Priester, die dem Überfallenen helfen, sondern der scheinbar ungläubige
Samariter. Der
aber tut den Willen Gottes. Die anderen gehen unbarmherzig vorüber. Ob sie
gute,
nachvollziehbare, rationale Gründe hatten, spielt für den Hilfsbedürftigen
keine Rolle.
Dass Jesus aber dieses Gleichnis erzählt hat, zeigt jedoch nur, wie wenig
selbstverständlich
dieser Zusammenhang von Glauben und barmherzigem Handeln auch zu seinen
Zeiten war.
Zumeist und zuerst werden wir Gläubigen an unserem Verhalten miteinander
gemessen.
Auch diese Außenperspektive hat schon Jesus den Gläubigen nahe gelegt,
wenn er von
der Erkennbarkeit der Jünger spricht. Im Johannesevangelium heißt es:
Daran wird jeder
erkennen, dass ihr meine Jünger seid, wenn ihr Liebe habt untereinander.
Herzlich,
Ihr Pfarrer

Ulrich Kastner
I
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