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aktuelle - Andacht


                 Andacht   August


 

 Monatsspruch August

 Gottes Hilfe habe ich erfahren bis
 zum heutigen Tag und stehe nun
 hier und bin sein Zeuge bei Groß
 und Klein.
 
Apg 26,22

 Monatsspruch September

 
Und siehe, es sind Letzte, die werden
 die Ersten sein, und sind Erste, die
 werden die Letzten sein.

 
Lk 13,30

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 



 

 

 

 





















 

           Losung August 2017

           
   "Gottes Hilfe habe ich erfahren bis zum heutigen Tag und stehe nun hier
               und bin sein Zeuge bei Groß und Klein.

             Apg 26,22 

                
                
   
     Liebe Gemeinde,             
                
                
 
     in diesem Jahr feiern wir das Jubiläum der Reformation. Der katholische Mönch Martin Luther soll
               Ende Oktober vor 500 Jahren seine 95 Thesen an die Tür der Wittenberger Schlosskirche ange-
               schlagen haben. Nun ist die daraus hervorgegangene Reformation und mit ihr die Entstehung der
               Evangelischen Kirchen beileibe nicht sein Werk allein. Mindestens so wichtig für die weitere
               Entwicklung war sein Landesfürst Friedrich der Weise von Sachsen oder auch sein Mitarbeiter
               Philipp Melanchthon, der Verfasser des Augsburgischen Bekenntnisses von 1530. Und man kann
               fragen, wie es die Pfarrerin unserer Marler Partnergemeinde, Kirsten Winzbeck, in ihrer Predigt
               getan hat, ob nicht Katharina Luther, geb. v. Bora, ein ähnlich großes Verdienst wie ihrem Mann
               zukommt. Denn sie hat die damals völlig neue Rolle der Pfarrfrau erfunden.
               Faktisch war sie darüber hinaus auch Unternehmerin und Managerin des Lutherschen Gäste- und
               Gastronomiebetriebs. Mehr noch ist die Bewegung der Reformation ohne und z. T. sogar gegen
               Luther in Europa verbreitet worden. Insofern ist es schon fast unheimlich, wie sehr Luther dennoch
               im Zentrum der Feierlichkeiten des Reformationsjahres steht - und er unter der Hand zum ersten
               " Evangelischen Schutzheiligen " wird.
               Wenn man all das in Anschlag bringt, so ist dennoch festzuhalten, dass die Reformation aber ohne
               ihn nicht möglich gewesen wäre. Was ihn zu dem " Aushängeschild " der Reformation macht, ist seine
               persönliche Erfahrung des Leidens und der Gnade Gottes. Luther selbst hat das, was er in den
               95 Thesen und später in vielen anderen Schriften und Predigten veröffentlichte, am eigenen Leibe
               verspürt. Die Erzählung vom Teufel, nach dem er sein Tintenfass geworfen haben soll, ist so eine
               Verdichtung dieses persönlichen Ringens. Als alter Mann schrieb er ein Jahr vor seinem Tod im
               Rückblick, dass er damals beinahe " irre " , verrückt geworden sei an dem Gott, der von ihm
               Gerechtigkeit forderte. Als er aber erkannte, dass Gott ihn aus Gnade schon gerecht GEMACHT
               hatte, wurde es ihm zu einer " Pforte zum Paradies ", schreibt Luther.
               Unser Monatsspruch, den Lukas in seiner Geschichte der Apostel festgehalten hat, scheint Luther
               aus dem Herzen zu sprechen. Er selbst, Luther, hat die Gnade und die Liebe Gottes erfahren. Er
               hat erlebt, wie aus ihm, dem verzagten und " verzweifelten " Mönch der kraftvolle Reformator Luther
               geworden ist - aus Gottes Gnade und Hilfe. Dadurch kann er stehen - selbst vor dem Kaiser - und
               davon kann er Zeugnis ablegen.
               Liebe Gemeinde, in diesem Jubiläumsjahr der Reformation ist all das erbaulich und schön zu wissen.
               So richtig spannend wird es aber, wenn WIR das erfahren und sagen können: " Gottes Hilfe habe
               ich erfahren bis zum heutigen Tag und stehe nun hier und bin sein Zeuge bei Groß und Klein.      

                                            
                   
  Ihr Ulrich Kastner