Startseite

 



Februar
April
Juni
August
Oktober
Dezember
  Dezember


aktuelle - Andacht


                 Andacht   August


 

   Monatsspruch August
  Geht und verkündet:
  Das Himmelreich ist nahe 
  
Matthäus 10,7


 
  Monatsspruch September
 
  Was hülfe es dem Menschen, wenn er
   die ganze Welt gewönne, und nähme
   doch Schaden an seiner Seele? 

  
Matthäus 12,26

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 



 

 

 

 





















 

         Monatsspruch August 

         
   Geht und verkündet: Das Himmelreich ist nahe.
             Matthäus 10,7

                
                
            Liebe Gemeinde,             
                
             
    

                  Jesus sagt das seinen Jüngern: " Geht und verkündet: Das Himmelreich ist nahe. " 
                Der Theologe Norbert Lohfink ist der Meinung, dass hier der Kern der Botschaft Jesu liegt. Oder anders
                gesagt, sind das DIE WORTE Jesu, die er in Israel gepredigt hat: Das Himmelreich ist nahe.
                Das ist das Zentrum seiner umwälzenden Predigt. Gott ist nicht weit weg von Euch. Und ihr seit auch
                nicht weit weg on Gott. Sondern Gott ist da. Und dann ist das Reich Gottes nicht mehr weit.
                Jesus meint damit, dass Gott nicht nur für die Frommen da ist. Für diejenigen, die hauptamtlich in
                kirchlichen oder anderen religiösen Institutionen arbeiten. Gott ist nicht ein Gott für die religiösen " Profis "
                sondern für alle - für Dich und mich!
                Gott ist nahe - bei Dir und mir! Und er ist JETZT da. Das ist die Botschaft Jesu.
                An anderer Stelle spricht Jesus davon, dass das Reich Gottes " mitten unter Euch ist " ( Lukas 17,21).
                Es ist nicht irgendwo, an einem bestimmten Ort, sondern da, wo Menschen sich im Sinne Gottes begegnen.
                Wo sie nach SEINEN Regeln leben. Und die Regel Jesu lautet: Ein neues Gebot gebe ich Euch, dass ihr
                einander liebt ( Johannes 13,34 ). Offensichtlich erfahren wir etwas vom Heil Gottes darin, wie wir Menschen
                uns begegnen. Und die angemessene Begegnung von uns Menschen angesichts der Nähe Gottes ist die
                Liebe. Nun kann man sich fragen, ob das denn geht? Kann man denn alle gleich lieben- und muss man das,
                nur wenn man an Gott glaubt? Soll man das Unmögliche versuchen? Johannes der Täufer wurde einmal
                von den Zöllnern gefragt, wie sie denn richtig leben können. Die Zöllner galten damals als die sprichwörtlichen
                Sünder. Denn sie mussten für die Besatzungsmacht der Römer arbeiten und nahmen den Reisenden den
                Zoll ab - häufig mehr, als sie sollten. Sie fragen nun Johannes , wie sie denn im Angesicht Gottes richtig
                leben können. Nun könnte man erwarten, dass Johannes ihnen rät, ihren Beruf aufzugeben und lieber 
                Einsiedler zu werden, oder ähnliches. Aber die Antwort des Täufers ist erfrischend einfach. Denn er stellt
                keine wolkigen Forderungen, keine radikalen Maximen auf. Sondern er sagt ihnen deutlich: 
                Nehmt nicht mehr, als ihr sollt! Und als Soldaten kommen, die ebenso für die Römer arbeiten, antwortet 
                Johannes - wieder ganz praktisch: Tut niemandem Gewalt an! ( Lukas 3, 12 - 14 )
                Was tun wir also angesichts des Reiches Gottes? Das Himmelreich ist nahe: Was tun? Wenn Gott schon
                bei uns ist, dann können wir uns um die anderen, die Nächsten kümmern. Denn das Reich Gottes ist 
                unter uns, oder " zwischen " uns. Aber wie gehen wir " richtig " miteinander um - im Sinne Gottes?
                Wenn Menschen, die andere vor dem Ertrinken retten, als Verbrecher verhaftet und angeklagt werden,
                dann kann das nicht richtig sein. Die Kapitänin Carola Rackete wurde in Italien verhaftet, weil sie dort
                mit 40 Flüchtlingen anlegte. Und andererseits wurden seit 1990 rund 200 Menschen von Rechtsextremen 
                ermordet. Zuletzt der Kasseler Regierungspräsident Walter Lübke. Wer Menschen ermordet, ist ein
                Verbrecher. Wer aber Menschen rettet, ist kein Verbrecher! 
                Auf die Frage der Zöllner und Soldaten, was sie tun sollen angesichts des Reiches Gottes, hat Johannes 
                ganz direkt geantwortet: Tut was ihr tun sollt. Aber macht e richtig! 
                Das Reich Gottes ist nicht kompliziert oder nur etwas für Fachleute. Sondern es ist für uns alle - und es
                hilft zum Leben. Die Nähe Gottes eröffnet ein neues Miteinander, ein Leben in Gemeinschaft. Wenn wir
                als Gläubige vorangehen, und einander in Liebe begegnen, wie Jesus es sagt, dann achten wir auch
                auf die Schwachen. Und Jesus ruft die Gläubigen - also uns - dazu auf, seine Botschaft an die weiter-
                zusagen, die sie noch nicht kennen: Geht hin und verkündet: Das Himmelreich ist nahe. Gott ist da mit
                seiner Liebe. Das verwandelt unser Leben und unser Miteinander. Und es öffnet unsere Augen für uns
                selbst, die nächsten und die ganze Schöpfung.
                So klingt es auch an in den Zeilen Paul Gerhardts aus dem bekannten Lied 
                " Geh aus, mein Herz, und suche Freud in dieser lieben Sommerszeit ".   
     
                        
                Ulrich Kastner