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aktuelle - Andacht


                 Andacht   aktuell


 

   Monatsspruch Februar
   Ihr seid teuer erkauft, werdet nicht
   der Menschen Knechte.
  
1. Korinther 7,23


 
  Monatsspruch März
 
  Jesus Christus spricht:
   Wachet! 

  
Markus 13,37

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 



 

 

 

 





















 

         Monatsspruch Februar 

         
   Ihr seid teuer erkauft; werdet nicht der Menschen Knechte.
           1. Korinther 7,23

                
                
           

            Liebe Gemeinde,             
                
                  
            da war ich zuerst doch sehr erstaunt! Ein besorgter Vater kommt mit seinem schwer epilepsiekranken
                 Kind zu Jesus dem Arzt, klagt sein Leid und seine Sehnsucht und seine Enttäuschung: wenn Du etwas
                 kannst, so erbarme dich und hilf uns! Und er bekommt die wenig einfühlsame Antwort: " Alles ist möglich,
                 dem der da glaubt. " Vers 24 " Sogleich schrie der Vater des Kindes: ich glaube, hilf meinem Unglauben! "
                 Glauben und Unglauben sind so nah beieinander. Dem " Vielleicht " und dem " Aber " entkommen wir nicht.
                 Glaube und Zweifel sind fast wie Zwillinge, untrennbar, einander bedingend. Und: beides gehört zum
                 Menschsein! Genauer: es gibt den nötigen gesunden Zweifel und es gibt den zerstörerischen Zweifel.

                 Zum Epiphaniasfest wird die Erscheinung der drei heiligen Könige gefeiert. Sie sind Astronomen ( wir haben
                 seinen Stern gesehen ) , Wissenschaftler. Ihr methodischer wissenschaftlicher Zweifel bringt sie voran, 
                 bringt Erkenntnis, bringt Segen. Ihr Nachfragen führt sie zum Ziel. Die mit methodischem Zweifel arbeitende 
                 Wissenschaft ist ein Segen für die Menschheit. Ich wünsche mir viel mehr gesunden Zweifel angesichts von so 
                 viel Oberflächlichkeit bis hin zu Fake - News und Politikern, die die Wissenschaft verachten. Gesunder 
                 Zweifel schützt vor Vereinfachungen bis hin zum Fundamentalismus! Von Erich Fried stammt der weise Satz:
                 " Zweifle nicht an dem, der dir sagt, er hat Angst, aber hab Angst vor dem, der dir sagt, er kenne keine Zweifel! "
                 Als zerstörerischer Zweifel bezeichne ich den existentiellen Zweifel am Sinn des Lebens. Wird sein 
                 zerstörerisches Übermaß nicht erkannt, nicht als " behandlungspflichtig " erkannt, kann das schlimme Folgen
                 haben. 
                 Zurück zum Vater, der Heilung sucht und seinem Schrei: so viel enttäuschtes Vertrauen, solche Not, so viel
                 bittere Erfahrung und dennoch gibt er nicht auf. Einmal mehr mal zum Arzt, neue Erwartungen; die Liebe zu
                 seinem Kind verbietet ihm aufzugeben. Jesus sieht seine Liebe und darum schenkt er Heilung und Wachstum.
                 Der " erprobte " Glaube des Vaters ist ein wachsender Glaube. Unser Glaube kann auch an Enttäuschung, 
                 Zweifel und  Sehnsucht wachsen, denn er richtet sich auf Gott, nicht auf uns. Der Glaube vertraut dem " Vielleicht " 
                 trotz des " Aber ". Dies hat auch Jesus selbst durchlitten, dies erfährt auch der zweifelnde Jünger Thomas.
                 Glaube und Zweifel und Wachstum werden uns und jeden suchenden Menschen im Neuen Jahr begleiten.
                 
                                 
                 Ihr Pfarrer Sven Täuber